Dienstag, 19. Dezember 2006

8. Aufgabe

Martin Gasteiner, Schreiben für das WWW: Bloggen und Hypertexten. In: Wolfgang Schmale (Hg.), Schreib-Guide Geschichte. (Wien ²2006).

Schreiben für das WWW: Bloggen

Martin Gasteiner beleuchtet in seinem Aufsatz die Rolle und Bedeutung von Weblogs für Studierende, und welche Chancen sich durch deren Einsatz bieten.
Ende der 90er Jahre hielt eine weitere Innovation des Internet Einzug: Der sog. Weblog, eine Wortkreation aus Web, oder World Wide Web, und Log, als Bezeichnung für ein Logbuch. Das schreiben in so einem Weblog wird neusprachlich als bloggen bezeichnet. In wissenschaftlichen Zusammenhängen betrachtet bieten derartige Blogs für Austausch und Kommunikation eine wesentliche Erleichterung.
Das schreiben und erstellen von Texten für das WWW oder Blogs, und die erstellten Texte selbst unterscheiden sich aber grundlegend von Texten die in anderen Medien erscheinen. In den neuen Medien spricht man von einem „Siegeszug der kurzen Form“, die für das Medium Internet die adaquateste Form darstellt, da man nicht nur Wert auf Kürze und Prägnanz legt, sondern auch noch Ausbaumöglichkeiten offen lässt.
Weiters ist zu beachten, dass man im Blog immer für ein bestimmtes Publikum schreibt, und nicht wie im Journal oder Tagebuch nur für sich selbst. Falls z.B. ein Weblog im Rahmen einer Lehrveranstaltung angelegt wird, so bietet sich die Möglichkeit, dass man in Lösungsansätze und Gedanken anderer Kollegen leicht Einblick erhält, genau wie die Kollegen bei einem selbst. Dieser Gedankenaustausch, der ohne Terminvereinbarungen oder Örtlichkeiten, 24 Stunden am Tag von zuhause aus möglich ist, ist wohl eine der positivsten Erscheinungen des bloggens.
Martin Gasteiner vertritt in seinem Artikel sogar die These, dass die durch Zeitdruck während dem Studium eingeschränkten sozialen Kontakte mit den Kollegen, teilweise durch ein Weblog wettgemacht werden können. (siehe Kommentar!!)
Weiters wird noch die Verwendung von Weblogs als persönliche Archive beschrieben, die mit Notizen und Gedanken zu Vorlesungen, Seminaren, Ausstellungen etc., gespickt, einem eine persönliche Gedächtnisstütze bieten, die einem das ganze Studium hindurch begleitet.

Kommentar

Die in diesem Aufsatz beschriebenen Möglichkeiten und Vorteile von Weblogs, sind auch für mich persönlich unbestritten, da ich sie im Laufe dieses Semesters kennen lernen durfte: Die Möglichkeit die Angehensweise meiner Kollegen in diesem Kurs und meiner eigenen zu bestimmten Aufgabenstellungen zu vergleichen, ist nicht nur sehr interessant sondern auch, per mausclick, ausgesprochen einfach. In anderen Kursen kommt eigentlich auch gar nicht auf die Idee, sich eine fremde Arbeit auszuborgen bzw. durchzulesen, und wenn dann nur von einer oder wenigen Personen. In einem Weblog gestützten Kurs sieht dies ganz anders aus, da man Zugang zu den Gedanken aller Kursteilnehmer hat, und somit auch auf verschieden Betrachtungsweisen aufmerksam wird.
Dennoch möchte ich in einem Punkt Kritik an den Überlegungen des Autors üben:
Gasteiner schreibt: „… Das Geschichtsstudium stellt sich heute als äußerst uneinheitlich dar. Die Varianten, den Abschluss zu erreichen, sind außergewöhnlich unterschiedlich, selten ergibt es sich, dass eine Gruppe von Studierenden über mehrere Semester gemeinsam studiert. Der Zeitdruck ist hoch, da sehr viele Prüfungen verlangt werden und sie vielleicht Studiengebühren zahlen müssen. Viele müssen neben dem Studium arbeiten. All dies schränkt Sozialkontakte im Studium stark ein. Dieser vorprogrammierte Mangel an Sozialkontakten kann durch den Austausch von Befindlichkeiten oder fachlichen Informationen in einem Weblog zum Teil wettgemacht werden.“ Meiner Meinung nach kann ein Weblog nicht einmal zum Teil mangelnden Sozialkontakt wettmachen. Aus meiner Sicht kann das Sitzen vor einem Computer nicht wirklich als sozialer Kontakt gewertet werden. Sicher man liest einen Text, schreibt einen Kommentar und bekommt vielleicht etwas später wieder eine Reaktion zurück, dies ist jedoch nicht der gleiche Kontakt den ich habe wenn ich jemanden von Angesicht zu Angesicht gegenübersitze. Studenten standen auch schon vor der Einführung des Internets unter Zeitdruck, und fanden dennoch Zeit in einem Cafehaus über allfällige Themen zu diskutieren. Diesen sozialen Kontakt kann ein Bildschirm nicht einmal zum Teil ersetzen, und es wäre auch Schade und bedenklich wenn er das tun würde.
Und das Gruppen von Studenten selten über mehrere Semester gemeinsam studieren muss mehr als Chance denn als Manko gesehen werden. In jedem Semester neue Kollegen kennen zu lernen und mit diesen zu debattieren, erweitert, so glaube ich, einem eher den Horizont, als sich ewig nur in einer Gruppe zu bewegen. Oder ????? ( Falls eurer Meinung nach nicht,--> KOMMENTAR SCHREIBEN)
Romberg - 21. Dez, 08:17

Ich würde gerne mit Ihnen diskutieren. Jedoch bleibt mir nichts anderes übrig, als Ihnen prinzipiell zu zustimmen. Das Arbeiten mit Weblogs kann nie die zwischenmenschliche Seite ersetzen bzw. ausblenden. Von meiner Seite ist der Einsatz von Weblogs im Rahmen dieses Kurses eine interessante Erfahrung im Vergleich zu den vorherigen Tutorien. Einerseits setze ich mich durch die Kommentarfunktion viel intensiver mit den Arbeiten einzelner Studierenden auseinander. Jedoch andererseits fehlt einem schon ein bißchen der persönliche Kontakt. Diese face-less Kommunikation könnte eben durch eine verstärkte online Diskussionsbereitschaft gemildert und verbessert werden.

Ebenso das Kennenlernen verschiedenster Persönlichkeiten im Verlauf eines Studiums ist sehr interessant. Jedoch im Vergleich zu einem Studium an einer Privatuniversität, an der man sein gesamtes Studium in einem kleinen Kreis Gleichgesinnter durchläuft, ist die zum Teil unpersönliche Note der öffentlichen Universität bzw. großer Institute zu bedaueren. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Studierens lassen die anfänglich leicht geknüpften freundschaftlichen Bände schnell zerreißen. Durch einen Weblog könnten diese zwar vor dem Zerreißen gerettet werden (eine beidseitige Motivation vorausgesetzt), aber erst durch persönliche Erfahrung wie bspw. Kaffeehausgespräche werden diese gefestigt.

Auf einen interessanten, kontaktknüpfenden Einsatz von Weblogs hat Ihr Kollege Peter Sniesko in seinem Beitrag hingewiesen. "[ich]möchte [...] auf zwei Weblogs hinweisen, die sehr schön die im Text angesprochene Funktion des Blogs als Notizbuch zeigen. Es handelt sich dabei jeweils um Sammlungen von Mitschriften zu Vorlesungen aus dem Bereich der Geschichte, die in diesem Semester an der Universität Wien gehalten werden (http://kriegmilitaer.twoday.net; http://antikerimperialismus.twoday.net)."

Wünsche Ihnen fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

jan.hodel - 30. Dez, 16:46

Weblog -> Andere Kontakte // Mitlesegelegenheit

Da war ich zuerst im Weblog von Kollege Reiter - und habe dort schon kommentiert, dass Weblogs kaum einen Ersatz darstellen für reguläre Sozialkontakte - sondern eher die Chance zu zusätzlichen Sozialkontakten bieten.
Darüber hinaus: ja, Weblogs sind (in der in dieser LV angewandten Form, aber auch sonst) eine "Mitlesegelegenheit" an verschriftlichten Überlegungen von (im Idealfall an gleichen Themen interessierten) Kommilitonen. Man müsste sich noch die Zeit nehmen, die "Mitlesegelegenheit" zu einer "Mitredegelegenheit" zu transformieren...

dornakul - 24. Jan, 17:03

Weil es Spaß macht

[Vorabentschuldigung: Als Naturwissenschaftler kann ich leider nicht so lange Sätze machen. ;-) ]

Ist der Hauptgrund für einen Blog nicht eher, dass es Spaß macht zu schreiben? Ich bin noch nicht lange als Blogger aktiv, aber richtige "soziale Kontakte" haben sich bei mir noch nicht ergeben. Darunter würde ich etwas mehr verstehen als gegenseitige Kommentare.

Für den Austausch in der Naturwissenschaft wären Blogs bestimmt auch interessant. Habe bisher noch keinen guten gefunden. Liegt vielleicht daran, dass man Formeln schlecht setzen kann.

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